Die von den Messapiern im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründete Stadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zu ihren Bewohnern und Kolonisatoren zählen, der Reihenfolge ihres Auftretens nach, die Römer, die Normannen, die Schwaben, die Angioini und die Aragoneser. Kaiser Hadrian liess die Strasse erbauen, die Brindisi mit Lecce und Lecce mit dem Meer verband, was ein Zeichen dafür war, dass die Stadt immer wichtiger geworden war, vor allem, was den Handel anging. Die Reste eines Amphitheaters aus römischer Zeit, das 25.000 Zuschauer fassen konnte, fallen sofort auf, wenn man durch die Stadt geht. Zwischen Gässchen und kleinen Plätzen ist
um die Piazza Sant'Oronzo die Altstadt angelegt. Hoch oben auf einer Säule, die das römische Amphitheater übersteht, befindet sich eine Statue des Heiligen. Zur Besichtigung der Altstadt sollte man auf jeden Fall genügend Zeit mitbringen. Ihre Blütezeit, die der Stadt den Namen
Florenz des Südens eingebracht hatte, erfuhr sie jedoch erst später, nämlich zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert. In jener Zeit wurden Palazzi, Klöster und Kirchen mit Barockornamenten geschmückt, die ein Werk der ortsansässigen, äusserst geschickten Steinhauer war, was das Bearbeiten des
Lecciso anging, den typischen weissen Stein der Gegend. In der
Basilika von Santa Croce wurde der Lecce-Barock auf die Spitze getrieben: Ihre Fassade ist mit Monstern und Karyatiden geschmückt, während im Innern eine gewisse Renaissance-Strenge beibehalten wurde. Über die Via Vittorio Emanuele gelangt man zum Domplatz, zur
Piazza del Duomo, eine Art Theaterkulisse, die sich dem Betrachter über die Propilei eröffnet. Der „Bühnenbereich" besteht aus der Sekundärfassade des Doms, dem Palazzo del Seminario und dem Palazzo Vescovile und bietet dem Betrachter einen einzigartigen Überraschungseffekt. Selbst wenn man nur wenig Zeit hat, sollte man sich einen Ausflug in die Umgebung Lecces mit ihren schattenspendenden Pinien und Steineichen und ihren duftenden Oleanderbäumen nicht entgehen lassen: Die ausserhalb der Stadt gelegenen Strassen nach Otranto und Gallipoli, die Porta Napoli, zu Ehren Karls V. errichteter Triumphbogen, der Palazzo der Università Salentina, die Porta Rudiae und die Porta San Biagio, vor allem aber das von Karl V. errichtete Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das reich an Renaissance-Verzierungen ist.