Discoveritalia.it - Il portale turistico di Istituto Geografico De Agostini Costiera Amalfitana - dintorni di Positano
 
Donnerstag 9. September 2010 














Auf den Strassen der Transhumanz
Eine Entdeckungsreise durch das Molise entlang der hier „Tratturi" genannten Triften, lange Rasenwege, auf denen die Transhumanz, die saisonbedingte Verlagerung der Viehherden von den Sommerweiden in den Bergen der Abruzzen auf die Winterweiden in der Ebene, im Tavogliere delle Puglie, erfolgte. Auf diesen grünen, ca. 11 m breiten Wegen wurden im 17. und 18. Jh. ca. drei Millionen Stück Vieh bewegt. Wenn man heute dieselben Wegstücke begeht, die damals von den Hirten und ihren Herden benutzt wurden und sich dabei die grossen Wiesen voll mit Millionen von Schafen sowie mit Hausrat beladenen Maultier-Karawanen vorstellt, fühlt man sich wie auf einer Zeitreise in die Vergangenheit.

Erster Tag
Von Carpinone nach Frosolone, entlang der Trift Castel di Sangro-Lucera bis zum Endziel Duronia.
 
Abendessen im Restaurant La Tana dell'Orso in Colle dell'Orso bei Frosolone mit lokalen Wurst- und Käsespezialitäten. Anschliessend ein Ausritt unter dem Sternenhimmel.
Zweiter Tag
   
Von Castelpetroso aus geht es auf der zweiten Trift dieser Route, der Pescasseroli-Candela, nach San Massimo Campitello Matese.
 
Zünftiges Abendessen in der Berghütte Jezza in Campitello Matese. Anschliessend kann man in der Disco-Bar „Il Covo", ebenfalls in Campitello, das Tanzbein schwingen.
Dritter Tag
   
Von Bojano aus, wo die Trift direkt durch die Stadt führt, geht es nach Sepino. Etappenziele sind die langobardische Nekropole in Campochiaro sowie die Reste der römischen Stadt Sepinum.
 
Abendessen im Agriturismo La Taverna in Sepino. In der rustikalen Atmosphäre des Bauernhofs mit Wassermühle aus dem 18. Jh. werden lokale Leckerbissen serviert.



 NACHBARSCHAFTEN
 
 
Auf den Strassen der Transhumanz

Carpinone

Pietrabbondante

Pietrabbondante


Sonnenblumenfeld

Im Umland stehende Burg

 
Anfang
 
 
Rundreise
Erster Tag

In giornata
Ausgangspunkt ist das in der Nähe von Isernia gelegene Örtchen Carpinone, das auf einem von Wäldern umgebenen Hügel steil über dem Fluss Carpino thront und von der eindrucksvollen Burg Caldora überragt wird. Auch ein Abstecher zu den nicht weit entfernten Wasserfällen des Flusses lohnt sich immer. Eine weitere schöne B> Burg findet man in Pescolanciano, das zu den an der Trift Castel di Sangro-Lucera liegenden Gemeinden zählt. Die um einen alten, an der Trift stehenden Kontrollturm herum entstandene Burg beherrscht von einem Felsausläufer aus die gesamte Ortschaft. Von hier aus empfiehlt sich eine Stippvisite nach Pietrabbondante, um die dortige aus einem Theater-Tempel bestehende archäologische Fundstätte zu besichtigen. Anschliessend geht es weiter auf der Trift bei Civitanova del Sannio. Landschaftlich ist dieser Streckenabschnitt wegen seiner Eichenwälder, der Montagnola, dem Fluss Trigno, dem See und der mit Erdbeeren, Pilzen, weissem Trüffel und Kräuterpflanzen überfüllten karstigen Hochebene sehr interessant. Als letzte Etappe entlang der Trift wird Duronia angesteuert. Dieser im Mittelalter unter dem Namen „Civitavetula" bekannte Ort besitzt eine hübsche mittelalterliche Altstadt. Auch die mächtigen Aufbauten der hiesigen Burg lassen trotz mehrfacher Umbauten noch die mittelalterlichen Ursprünge erkennen. Im Umfeld des imposanten Felsmassivs der Civita sind Überreste von Befestigungen der Sanniter erhalten. Ausserdem wurden hier einige Grabfunde gemacht. Vom auf den Hängen der Civita gelegenen Urcio-Gebiet aus kann man eine grosse Naturskulptur, den so genannten „Kopf des Riesen", und ein traumhaftes Panorama geniessen. Hier verlässt man nun die Trift, um Frosolone anzusteuern. Die auf sehr antike Ursprünge zurückzuführende Siedlung bietet ihren Besuchern eine perfekte Mixtur aus Kunst, Archäologie, Handwerk und Volkstraditionen. So laden hier überall die kleinen Werkstätten der Messer-Meister zum Besuch ein. Am Ortseingang empfängt ein aus lokalem Stein gebauter und der Jungfrau Maria gewidmeter Monumentalbrunnen, auch „Fonte Grossa" genannt den Gast. Interessante Sehenswürdigkeiten des Orts sind ausserdem die Kirche Santa Maria Assunta mit ihrer abwechslungsreichen Steinfassade sowie der freiherrliche Palazzo aus dem 16.-17. Jh. Ein Besuch der Ortschaft lohnt sich aber schon allein wegen der Schönheit der ringsherum emporragenden Berge. Ausserdem bildet sie einen optimalen Ausgangspunkt für Ausflüge in die nahe gelegenen Orte Valle della Contessa und Colle dell'Orso. Aber auch für einen Stopp am wunderschönen Kliff aus Granitgestein sollte man sich die Zeit nehmen, einem wahren Paradies für Steilwandkletterer. Im August findet auf dem Plateau des Colle dell'Orso ausserdem die Veranstaltung Formaggi Preziosi statt, eine nationale Messe für Käsereiprodukte.
 NACHBARSCHAFTEN
   
   
   
 

Crespelle

 
Anfang
 
Erster Tag
Auf den Strassen der Transhumanz

Abend
Caciocavallo-Käse, Crespelle mit Ricotta und Spinat, Fettuccine mit Trüffel und Tacconelle auf Moliser Art geniessen. Hervorragend sind auch das lokale Fleisch vom Grill oder die Soppressate (eine Wurstart) und die Bratwürste mit Schmalz. Nach dem Essen bietet sich ein Ausritt unter dem Sternenhimmel an (an das Restaurant ist auch ein Reitstall angeschlossen).
 NACHBARSCHAFTEN
   

 
Auf den Strassen der Transhumanz

Pescolanciano

Trift in Sepino

Wallfahrtskirche


Falesia

Kuh auf der Weide

 
Anfang
 
 
Rundreise
Zweiter Tag

In giornata
Nachdem man Frosolone hinter sich gelassen hat, geht es weiter in Richtung Castelpetroso. Der Weg verläuft auf einem Streckenabschnitt der zweiten, im Rahmen dieser Rundreise angesteuerten Trift Pescasseroli-Candela. Die durch die Wallfahrtskirche Vergine SS. Addolorata bekannte Gegend zieht viele Pilger an. Zunächst führt der Weg nach Santa Maria del Molise und dessen Vorort Sant-Angelo in Grotte, wo die eindrucksvolle Grotte San Michele Arcangelo besichtigt werden kann. Der Namensgeber der Grotte, Erzengel Michael, wird am 8. und 9. Mai in Sant'Angelo mit Gottesdiensten, Veranstaltungen auf der Piazza und einer Messe gefeiert. Hier steht auch die Kirche S. Pietro in VincoliCantalupo nel Sannio, die von waldreichen Hängen umgeben direkt vor dem eindrucksvollen Matese-Massiv liegt. Eine Abstecher vom antiken Trift-Weg führt nach Roccamandolfi, der einstigen alten Langobarden-Siedlung „Rocca Maginulfi", über der die mittelalterliche Burg in den Himmel ragt. Deren Inneres besteht nur noch aus Ruinen, aber von aussen sieht man noch immer die Maueranlage mit den zylindrischen Türmen. Interessant sind auch das in der Nähe befindliche und unter Naturschutz stehende Areal des Wildbachs Callora und die malerische Ortschaft Campitello di Roccamandolfi. Von Campitello aus kann man traumhafte Ausflüge in das Matese-Gebiet unternehmen. Ausserdem findet hier im August das Hirtenfest statt. Dann geht es zunächst nach San Massimo, einem gut erhaltenen Örtchen mittelalterlichen Ursprungs inmitten herrlicher Ländereien. Anschliessend geht die Fahrt weiter bis zur Ebene von Campitello Matese, die einem immensen Amphitheater gleicht und von der Berggruppe des Monte Miletto und den Gipfeln der Gallinola umgeben ist. Mit über 35 km Skipisten stellt Campitello ein renommiertes Skigebiet des mittleren und südlichen Teils des Appenins dar. Zudem ist es eines der wichtigsten Touristenzentren der Region. Aufgrund der herrlichen Naturkulisse dieses Gebiets ist auch Besuch im Sommer in jedem Fall empfehlenswert. So beginnt in der Nähe von San Massimo ein dichtes Waldgebiet aus Nadel- und Kastanienbäumen, das bis hoch zur Ebene von Campitello reicht – ein wahres Paradies für Wanderer. So gelangt man von hier aus auf einem vom CAI gekennzeichneten Weg zu den Grotten Fumo und Ciarle. Interessant ist auch der B>Bosco di Pietra, ein hochwüchsiger Buchenwald, in dem im Sommer Konzerte stattfinden
 NACHBARSCHAFTEN
   
   
 

Typische Suppe

 
Anfang
 
Zweiter Tag
Auf den Strassen der Transhumanz

Abend
Auf ein zünftiges Abendessen in die Berghütte Jezza in Campitello Matese, wo man typische Gerichte der lokalen Küche serviert. Danach kann man sich in der Disco-Bar „Il Covo" in Campitello austoben.
 NACHBARSCHAFTEN
   

 
Auf den Strassen der Transhumanz

Typische Trachten

Pietrabbondante

Häuserruinen


Triften

Stadttor Bojano

 
Anfang
 
 
Rundreise
Dritter Tag

In giornata
Von Campitello geht es wieder auf die Trift Pescacceroli-Candela, bis zur Ebene von Bojano. Das alte Bovianum wurde um das 4. Jh. v. Chr. in der Nähe der Quellen des Flusses Biferno errichtet und war Hauptstadt der Pentri-Sanniter. Bojano ist die einzige Stelle im Matese-Gebiet, wo die Trift direkt durch eine bewohnte Siedlung führt. Sehenswert sind hier die Kathedrale San Bartolomeo und die Ruine der mittelalterlichen Burg, zu deren Füssen ein kleiner Ort liegt, die Civita. Der Ort ist gut erhalten und bietet dem Besucher viele malerische Winkel. Wunderschön sind auch sich zwischen den teils unverputzten Gebäuden verlaufenden Gassen. Auf der kleinen Piazza von Civita befindet sich ausserdem ein Aussichtspunkt, von dem aus man einen wunderbaren Blick über den Ort hat. Sehenswert ist hier auch das Fest des Sant'Egidio, das alljährlich im September gefeiert wird. Von hier aus lohnt sich auch ein kurzer Abstecher nach San Polo Matese, einem mittelalterlichen Örtchen zu Füssen des Matese, von dem aus man viele Ausflugsziele erreicht. Die Gegend ist ausserdem für Liebhaber der Paläontologie von besonderem Interesse. So finden sich hier zahlreiche Fossilien der Rudisten genannten Meeresweichtiere, die darauf hindeuten, dass sich hier zur Kreidezeit ein Meer befand. Während der Weihnachtszeit zelebriert man in San Polo die Traditionen des Dudelsackspielens. Am 26. und 27. Dezember kommen ausserdem Besucher aus der ganzen Region zur Darstellung der „Lebenden Krippe" hierher. Die nächste Etappe führt nach Campochiaro, das eine wunderschöne mittelalterliche Altstadt vorzuweisen hat. Für die Verteidigung der Ortschaft sorgten einst der fünfeckige Mauerring und die neun Türme. Von der Befestigung fehlt heute jede Spur, aber auf der Hügelspitze steht noch ein kompletter Rundturm. Interessant ist aber auch das Umland mit seinen wichtigen archäologischen Zeugnissen: die Überreste einer italischen Wallfahrtskirche in Civitelle und allem voran eine langobardische Nekropole. Auch für eine Stippvisite in die nahe gelegene WWF-Oase Guardiaregia-Campochiaro sollte man sich unbedingt Zeit nehmen. Dann geht es weiter nach Guardiaregia, das für seine Töpfer bekannt ist, die traditionelle Schüsseln und Tiegel herstellen. Auch einen Besuch in Tre Fratelli, wo drei riesige Buchen in den Himmel ragen, sollte man sich nicht entgehen lassen. Vom Bahnhof in Guardiaregia aus kann man sich zu Fuss auf die letzte Etappe der Rundreise begeben. Der Weg führt nach Sepino, dessen Hauptsehenswürdigkeit die Ausgrabungen der Sepinum romana sind. Sepino ist aber auch aufgrund seiner Thermen und für das hier abgehaltene Bofù-Konzert (ein antikes Instrument) bekannt, das am 31. Dezember stattfindet und einen uralten Versöhnungsritus darstellt.
 NACHBARSCHAFTEN
   
   
   
 

Ravioli

 
Anfang
 
Dritter Tag
Auf den Strassen der Transhumanz

Abend
Zu Abend wird im Agiturismo La Taverna di Sepino gegessen. Der aus dem 18. Jh. stammende, in der Nähe des Flusses Tammaro gelegene Bauernhof mit Wassermühle wurde mit Naturstein komplett renoviert. Spezialitäten des Hauses sind: Cavatelli al Tegamino, Ravioli mit Walnüssen, Spaghetti mit Brotkrumen, Schweinebraten, Fleischklösse auf Schäferart sowie Buchweizen- und Zichorienpizza.


 NACHBARSCHAFTEN