Nachdem man Agnone hinter sich gelassen hat, geht es weiter in Richtung
Pietrabbondante, das einige Historiker für
Bovianum Vetus, die Hauptstadt der Sanniter, halten. Die Ortschaft überrascht mit ihren merkwürdigen, auf Felsenansätze gebauten Häusern, den so genannten
Morge. Die grösste Überraschung ist jedoch der aus einem
Theater/Tempel bestehende archäologische Komplex. Ein Besuch des bei Pietrabbondante gelegenen
Naturreservats von Collemeluccio und Montedimezzo sollte unbedingt eingeplant werden. Es handelt sich hierbei um eines der fünf in Italien bestehenden Reservate der Biosphäre der Unesco. Ungefähr zehn Kilometer von Pietrabbondante kommen Freunde von
Outdoor und Pferdesport voll auf ihre Kosten. In
Staffoli fühlt man sich in einen amerikanischen Western versetzt, wozu nicht zuletzt der Saloon beiträgt. Das ganze Gebiet bildet eine immense Hochebene mit sich über viele Quadratkilometer erstreckenden Eichen- und Nadelwäldern, grünen Weiden und klaren Wildbächen. Auf den Koppeln rennen und weiden die Pferde der örtlichen Bauernhöfe mit Übernachtungsbetrieb. Zu den wichtigsten Events in Staffoli zählt die
Corsalonga, die grösste Reitsportveranstaltung in ganz Mittel- und Süditalien.
Von hier aus geht es dann weiter nach
Vastogirardi. Der Ort ist sowohl aufgrund seiner Landschaft und Natur als auch wegen seiner historischen Denkmäler wie dem in S. Angelo gelegenen
Italischen Tempel sehenswert.
Besonders eindrucksvoll ist die Piazza innerhalb der im Mittelalter errichteten Burgfestung, die später in einen Palazzo verwandelt wurde. Besonders bekannt sind vor allem die hier beliebten schmackhaften „Treccie" (Zöpfe), ein Molkereiprodukt aus Weichkäse. Mehrere Feste stehen im Zeichen der typischen lokalen Gerichte und religiösen Traditionen. Da gibt es beispielsweise das Fest der
Cazzariegl e Fascioul (Gnocchi und Bohnen) und das Fest des Schutzpatrons mit einer eindrucksvollen Darstellung des
Engelfluges. Die Rundreise endet in der malerischen Ortschaft
Carovilli, deren Besonderheiten vor allem das wunderschöne Naturszenarium und die hervorragende Küche sind. Kleine Zuchtbetriebe liefern hochwertiges Fleisch, das in den ortsansässigen Restaurants serviert wird, sowie Milch. Unbestrittener Protagonist ist jedoch der Trüffel. Der Ort besitzt einen
kontrollierten Trüffelanbau, wobei es sich um das weltweit grösste Weisstrüffelfeld einer öffentlichen Behörde handelt. Interessant ist auch die Verkaufsausstellung des Trüffels. Empfehlenswert ausserdem die Veranstaltung der
Tresca, die an die Zeit des Getreidedreschens mit Hilfe von Pferden erinnern soll. Darüber hinaus finden im August das Krebsfest und ein „Markt unterm Sternenhimmel" statt, der als fester Termin für kleine Antiquitätenhändler und Sammler gilt und rund um die Uhr geöffnet ist.