Der Tag beginnt mit einem Abstieg in die
Grotten von Castellana. Nach 256 Stufen eröffnen sich dem Besucher eindrucksvolle Karsthöhlen, die zu den Lieblingszielen von Höhlenforschern aus aller Welt zählen. Nach zwei einzigartigen Stunden unter Tage geht es zurück ans Tageslicht nach
Putignano. Der Ort ist vor allem wegen seines
Karnevals und des typischen Gebäcks, den apulischen
Taralli bekannt. Aber auch die Altstadt hat architektonische Schätze und ungewöhnliche Perspektiven zu bieten. So findet man hier z. B. das ehemalige Kloster der Karmeliter, das auf einer Staufer-Burg erbaut wurde und heute Sitz des Rathauses ist, und die Chiesa Madre aus dem 12. Jh., die dem Heiligen Petrus gewidmet ist und bis ins 18. Jh. hinein kontinuierlich umgebaut wurde. Auch das malerische in den Hügeln gelegene Dorf
Noci ist einen Zwischenstopp wert. Die zauberhafte Altstadt bietet unzählige Beispiele typisch ländlicher Architektur inmitten der mittelalterlichen Gassen. In der Nähe des Orts in Richtung Gioia del Colle liegt die
Abtei Madonna della Scala, wo man noch gregorianischen Gesängen lauschen kann. Die hiesigen Benediktinermönche restaurieren antike Bücher und lassen sie wieder in ihrem alten Glanz erscheinen. Nach gut 10 Kilometern stösst man auf ein weiteres
Highlight: Das zauberhafte
Itria-Tal mit Hügellandschaften, dichten Olivenhainen, Steinmauern und vor allem dem Markenzeichen von Apulien, den malerischen
Trulli. Zuerst geht es nach
Alberobello. Hier sollte man unbedingt einen ausgiebigen Spaziergang durch den Ort machen, der von der Unesco zum Kulturerbe ernannt wurde. Der Ort teilt sich in das touristischere
Rioni Monti und die
Aia Piccola, wo nicht ganz so viel los ist. In Alberobello findet man die meisten Trulli des Tals, weshalb die Ortschaft auch zu Recht als „Hauptstadt der Trulli" bezeichnet wird. Einer dieser seltsamen, weiss getünchten Steinkegel, den man unbedingt besichtigen sollte, ist der
Trullo Sovrano aus dem 18. Jh. Er liegt an einem kleinen Platz neben der Wallfahrtskirche Cosma und Damiano. Mit einer Höhe von 14 Metern ist er der höchste Trullo und der einzige mit zwei Stockwerken. Auch der
Trullo Siamese ist aufgrund der Doppelkegelform des Dachs einzigartig. Eine alte Legende besagt, dass der Trullo von zwei Brüdern erbaut wurde, die in die gleiche Frau verliebt waren. Sie zerstritten sich wegen dieser Frau und teilten den Wohnraum in zwei Hälften auf, damit sie nicht mehr miteinander reden mussten. Auch der mittelalterliche Ort
Locorotondo, dessen weiss getünchte Häuser kreisförmig angeordnet sind, ist sehr sehenswert. Hier stammt auch der gleichnamige weisse DOC-Wein her, der in ganz Italien bekannt ist. Ein weiteres Juwel ist die Barockstadt
Martina Franca mit ihren unzähligen Sehenswürdigkeiten wie dem Herzogspalast und dir Kirche
Colleggiata di San Martino. Im Sommer findet hier das
Festival della Valle d'Itria statt. Berühmt ist das Städtchen ferner für sein Töpferhandwerk und seine schmiedeeisernen Erzeugnisse. Der Blick vom Hügel, auf dem die Stadt liegt, ist einfach zauberhaft. Letztes Ziel im Itria-Tal ist dann
Cisternino, ein orientalisch anmutender Ort, der nur zu Fuss erkundbar ist. In den unzähligen kleinen Gassen mit kleinen Treppchen, schneeweissen Häusern und Plätzen kommt man sich vor wie in einem Labyrinth. Im Sommer finden hier gutbesuchte Kultur- und Musikveranstaltungen statt. Cisternino gilt auch als alternativer, spiritueller
Meditationsort. Hier befindet sich unter anderem der Aschram
Bhole Baba. Typisch sind auch die so genannten
Fornelli, Metzgereien mit angeschlossener Trattoria, die nahezu rund um die Uhr gegrilltes Fleisch anbieten.