Von Vieste aus trifft man an der Küste, die zuerst flach und dann auf und ab verläuft, auf die Kirche
Santa Maria di Merino, die in der Nähe der alten römischen Siedlung
Merinum errichtet wurde, sowie auf die
Grotte von Manaccora, eine der vielen Schluchten des Gargano. Fast schon in Sichtweite von Peschici hält die Reise eine weitere Überraschung bereit: Im Halbschatten des Pinienhains steht hier die Kirche der
Madonna di Loreto, deren Apsis mit Weihgaben zugepflastert ist, die von Seeleuten, die dem Wüten des Meeres entronnen waren, hierher gebracht wurden. Gut sichtbar vom Meer wie vom Land aus, auf einem Felsen, der zum Meer hin steil abfällt, zeigt
Peschici bereits beim ersten Hinsehen seine zwei Gesichter: die Altstadt, weiss und von Mauern umgeben, die man zwischen den engen Gassen und den Häuserkuppeln noch erkennen kann, und der moderne Teil der Stadt, grau und gegen den Berg hin vorgestreckt. Im 11. Jh. gegründet und mehrmals Ziel slawischer Einwanderungen, verdankt Peschici seinen Namen (der von „psek" und „cist" kommt, sauberer Sand) der Sprache, die am anderen Adriaufer gesprochen wird. Ganz oben auf dem Felsen befindet sich die Burg, die im 12. Jh. im Auftrag der Abtei der
Isole Tremiti, der das gesamte Gebiet gehörte, gebaut wurde. Hinter dem kleinen Hafen, in der Ebene von Calena, finden sich die Reste der sehr alten
Abtei von Santa Maria, um deren Erhaltung man sich heute bemüht. Sehenswert ist auch die
Kathedrale von Sant'Elia, die im 13. Jh. gebaut und im 16. Jh. erweitert wurde und in der sich interessante Gemälde der Neapolitanischen Schule befinden.
Wie alle Ortschaften des Gargano für die Qualität seines Öls berühmt, weist Peschici aber noch eine weitere gastronomische Besonderheit auf: Es ist das Mekka der
handgemachten Pasta und daher der beste Ort, um Orecchiette, Strascinati, Cavatelli (eine weitere Pastasorte, die man, wie die Strascinati, dadurch erhält, dass man die Pastastücke auf dem Nudelholz in die Länge zieht, sie dann aber aufrollt und teilweise öffnet) und Troccoli, die den Spagetthi alla chitarra ähneln, zu probieren. All diese Spezialitäten werden, zusammen mit den Taralli, eine Art Kräcker, sowie Mandel- und Honigkeksen von Cosimo il Pastaio (Via Tuppo delle Pile 3, Tel. 0884 962580, Montag geschlossen) täglich frisch zubereitet.
Noch ein kleines Stück Strasse und man ist in
Rodi, der „Hauptstadt" der
Zitrusfrüchte des Gargano. Im 7. Jh. v. Chr. von aus Griechenland kommenden Völkerschaften gegründet, besitzt Rodi eine normannisch-hohenstauferische
Burg sowie die schöne Kirche San Nicola aus byzantinischer Zeit. Im malerischen
Stadtviertel Vuccolo beherbergt die romanische Kirche Santa Maria della Libera ein Holzbildnis der Jungfrau.
Wer noch Zeit und Lust hat und nicht direkt an die schönen Strände von Rodi weiterfahren will (die regelmässig Auszeichnungen für die Wasserqualität erhalten), kann die Reise mit einem Abstecher ins Landesinnere abschliessen. Wegen seines kammförmigen Aufbaus und seiner Wehrmauern ist
Ischitella eines der charakteristischsten Dörfer des gesamten Vorgebirges. Doch bevor man die Küste verlässt, um sich dem Waldgebiet
Foresta Umbra zu nähern, dem grünen Herzen des Gargano, muss man unbedingt noch die
Trabucchi bewundern, antike Fischereianlagen, die erst kürzlich an verschiedenen Stellen der Küste um Rodi Garganico herum wieder in Betrieb gesetzt wurden.