Von Albinia führt eine lange Strasse entlang des flachen Sandstrands zum rauen Vorgebirge des Monte Argentario an der Küste der Maremma. Der Argentario steht aufrecht wie ein Wachposten und als Zeichen seiner strategischen Rolle sind zu seinen Füssen noch die Türme, Burgen und Festungen zu finden, die zwischen dem 15. Jh. und dem 17. Jh. von der Republik Siena errichtet und später von Phillipp II. zur militärische Hochburg des
Stato dei Presìdi umgebaut wurden. Die Sanddünen, die vor dem Berg beginnen, halten eine
Reihe schöner Strände bereit, das Vorgebirge hingegen fällt zur Küste hin in Steilküsten und Kliffen ab. Es gibt hier aber auch kleine Buchten, einladende Meeresarme und abgeschiedene Strände. Unter Wasser gedeihen Kolonien von Neptungras, Seepferdchen und Mondfischen aber auch römische Relikte und Amphoren kann man hier finden. Der erste Ort, auf den man bei der Umschiffung des Argentario von Norden aus stösst, ist 14 Kilometer von Albinia entfernt
Porto Santo Stefano, ein kleiner Fischereihafen, der heute vor allem von Seglern, Sportlern und Touristen besucht wird. Einen Rundgang durch den Ort kann man am besten auf der Via del Molo beginnen, wo
früher die Fischer mit ihrem Fang an Land gingen und heute unzählige Restaurants und Geschäfte auf den Besucher warten. Der Spaziergang geht weiter entlang dem Lungomare dei Navigatori bis zum neuen Hafen, von dem die Fähren auf die Inseln
Isola del Giglio und Giannutri abfahren. Der Ort wird durch die alte spanische Festung aus dem 17. Jh. geprägt, die vollständig renoviert wurde und heute
eine ständige Ausstellung archäologischer Unterwasserfunde mit etruskischen und römischen Stücken sowie das
Axtbaumuseum beherbergt.
Weiter die Küste des Argentario entlang kommt man nach 19 Kilometern nach
Porto Ercole, einem von den Phöniziern gegründeten dann von Etruskern und Römern bewohnten und schliesslich von den Spaniern zur Festung umgebauten Hafenort. Die Verteidigungsbauten der Spanier sind die schönsten Bauwerke des Ortes: die Festung Stella, das Fort Filippo sowie das Fort Santa Caterina. Auf dem Rückweg von der Halbinsel trifft man exakt in der Mitte der Lagune auf den Ort
Orbetello, der über einen Deich mit dem Argentario verbunden ist. Der Ort hat die Form eines Schiffsbugs und wurde an der Stelle einer ehemaligen Etruskersiedlung errichtet. Die Kathedrale Santa Maria Assunta aus dem Jahr 1376, renoviert im 17. Jh., in der die Reliquien des Heiligen Blasius aufbewahrt werden, ist einen Besuch wert, ebenso wie das ehemalige Klarissenkloster. In dem Gebäude aus dem 17. Jh. wird der
Giebel des Tempels von Talamone aufbewahrt, ein Werk aus hellenistischer Epoche, auf dem Ödipus dargestellt ist.
Hinter Orbetello stösst man auf die Sanddüne von Feniglia, die man nur zu Fuss oder per Fahrrad betreten darf. 1971 wurde dieses Gebiet zum
Naturschutzgebiet der Dünen von Feniglia erklärt, wo Eulen und Baumfalken, Damhirsche und viele Vogelarten ihr Rückzugsgebiet finden. In der Region gibt es noch mehr Naturschutzgebiete. Etwas südlicher, hinter Ansedònia, liegt der
See San Floriano mit einem grossen Artenreichtum an Wasservögeln und Süsswasserfischen wie Aal, Forelle und Schleie. Im letzten Küstenabschnitt der Maremma liegt schliesslich die
WWF-Oase Buranosee. Zum Mittagessen kann man „Il Pitorsino" in Ansedonia Halt machen, wo nach alten Rezepten der Region zubereiteter Fisch serviert wird. Auch die archäologische Stätte von
Cosa, eine antike römische Siedlung aus dem Jahr 273 v. Chr., und die herrliche Tagliata Etrusca sollte man nicht verpassen. Bei Letzterer handelt es sich um
ein Wasserbauwerk mit einem mit dem Meissel in den Fels gehauen Kanal, das die Römer errichteten, um mit dem Wasser aus der Lagune der Versandung des Hafens entgegenzuwirken.
Zum Abschluss folgt dann ein Abstecher ins Landesinnere nach
Capalbio, einer herrlichen mittelalterlichen Ortschaft, die von den Türmen einer durch die Aldobrandi errichteten Burg überragt wird. Von hier kann man einen letzten Blick auf die Maremma werfen.