Discoveritalia.it - Il portale turistico di Istituto Geografico De Agostini Costiera Amalfitana - dintorni di Positano
 
Samstag 11. September 2010 














Von Grosseto nach Capalbio: Natur und Stille der südlichen Maremma
An der Küste von Grosseto gibt es einen nahezu unberührten Landstrich, der von Betonbauten, Menschen, Umweltverschmutzung und moderner Hektik verschont blieb. Es ist das bevölkerungsärmste Gebiet des italienischen Festlands, ein Stück Wildnis mit von frei lebenden Tierherden durchstreiften weiten Flächen, einsamen Buchten, in denen Damwild und Hirsche weiden, sowie Wäldern, in denen Füchse und Wildschweine leben. Ein durch mehrere Dutzend Naturschutzgebiete geschützter Ort, von den Menschen vergessen, die sich einige Kilometer weiter in den herrlichen historischen Ortschaften auf den Hügeln angesiedelt haben. Am besten man erkundet die Küste der Maremma entlang der Flüsse Albegna und Ombrone am Fusse des Argentario so wie die Reisenden früherer Zeiten: zu Fuss, mit dem Boot oder hoch zu Ross.

Erster Tag
Grosseto, die „Hauptstadt" dieses Winkels der Toscana und der grosse Naturpark der Maremma.
 
Abendessen in der Locanda Lorena und Übernachtung im Agriturismo Alberese südlich von Grosseto, mitten im Naturpark Maremma.
Zweiter Tag
   
Entlang der Küste bis zur Mündung des Ombrone, dann weiter zur Lagune von Orbetello, mit einem kleinen Abstecher ins Landesinnere zur historischen Ortschaft Magliano in Toscana.
 
Abendessen in der Fattoria La Parrina, einem schönen Gutshaus aus dem 19. Jh. inmitten biologisch bewirtschafteter Felder.
Dritter Tag
   
Das Vorgebirge des Argentario und Capalbio.
 
Das Restaurant Da Maria in Capalbio ist eine bekannte Adresse für regionale Küche. Übernachtet wird im Pellicano in Porto Ercole, einem geschmackvollen Hotel der Kette Relais & Chateaux.



 NACHBARSCHAFTEN
 
 
Von Grosseto nach Capalbio: die südliche Maremma

Grosseto, Piazza Dante

Der mittelalterliche Ort Montepascali

Dom von Grosseto


Maremma-Kuh

Scansano

 
Anfang
 
 
Rundreise
Erster Tag

In giornata
Bester Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise durch die Maremma ist natürlich Grosseto mitten in der durch Trockenlegung den Sümpfen abgerungenen Ebene, die sich sanft bis zum Meer hin erstreckt. Die Stadt bildet die Grenze zwischen der im Norden gelegenen oberen Maremma und der unteren Maremma im Süden. In Grosseto spürt man noch den Geist des Meeres, das mittlerweile weiter nach Süden nach Marina di Grosseto verbannt wurde, sowie den Hauch der über zweitausendjährigen Geschichte des Ortes. Spuren vergangener Zeiten findet man überall in den Strassen der Altstadt, die durch von der Familie Medici angelegte sechseckig verlaufende Stadtmauern umschlossen ist. Den Besuch der Bauwerke der Stadt kann man auf der Piazza Dante beginnen, wo eine Statue des Canapone steht (Beiname des Grossherzogs Leopold II. in Anspielung auf seine helle Haarfarbe) und es die neugotische Fassade des zu Anfang des 20. Jh. erbauten Palazzo della Provincia zu bewundern gibt. An die Piazza grenzt auch die rechte Seite des Doms, der einige Werke des Bildhauers Antonio Ghini aus dem 15. Jh. beherbergt.

Von hier aus biegen wir in den Corso Carducci ein und gelangen zur Piazza Baccarini, mit dem Archäologie- und Kunstmuseum der Maremma, in dem eine der interessantesten Sammlungen etruskischer Kunst in Italien zu finden ist. Auch die Madonnen mit Kind von Segna Bonaventura und von Donato Martini sind hier zu sehen. Zum Mittagessen kann man im „Canapone" einkehren, wo es kreative Gerichte wie Tagliolini mit Tintenfischchen, Miesmuscheln, Venusmuschel und Fischrogen der Meeräsche von Orbetello oder Flan mit Birnen und Lakritzeis zu geniessen gibt.

Von Grosseto aus sollte man, bevor es in Richtung Küste weiter geht, dem Ortsteil Montepescali einen Besuch abstatten. Dieser auf einem Hügel gelegene kleine mittelalterliche Flecken ist bekannt als Balkon von Maremma, weil man von seinen Strassen aus dem 14. Jh. eine wundervolle Aussicht über die weite Ebene und die Küste hat. Von hier aus geht es dann Richtung Norden bis zum Pinienwald von Tombolo, wo südlich von Castiglione della Pescaia das Naturschutzgebiet Diaccia Botrona liegt, eines der wichtigsten Feuchtgebiete Italiens. Dieses Gewirr von Sümpfen aus Brackwasser, Überbleibsel des früheren Sees Prile, beherbergt seltene Ökosysteme und eine unglaubliche Artenvielfalt in Flora und Fauna.

Die Natur steckt hier voller Überraschungen. Der Küstenabschnitt vor Grosseto allein ist schon eine Reise wert: Von Principina a Mare bis Talamone (etwa 20 Kilometer, aus denen mit dem Auto allerdings 40 werden, weil man einen Umweg über Grosseto fahren muss) erstreckt sich der Regionalpark Maremma, ein wildes und abgeschiedenes Stück Toskana zwischen den überfüllten Stränden des Golfs von Follonica und dem Vorgebirge des Argentario. Hier leben wie von der restlichen Welt abgeschnitten Damhirsche, Füchse, Stachelschweine und Wildschweine. Dies ist auch die Heimat ganzer Herden stolzer Tiere mit elegantem Gang und geschwungenen Hörnern: Das sind die Maremmakühe, die von den Cowboys Italiens, den so genannten Butteri gehütet werden. Um diese stolzen Reiter ranken sich Geschichten und Legenden. Sie leben auch heute noch nach jahrhundertealten Traditionen und liefern sich Wettkämpfe, die wie eine Mischung aus Wildem Westen und mittelalterlichen Spielen anmuten, wie z. B. der Torneo delle Rose. Auf den Spuren der Butteri lässt sich das wahre Wesen dieser Region kennen lernen. So kann man gemeinsam mit ihnen auf den mehr als fünfhundert Kilometer langen Reitwegen der Via Equestre Grossetana reisen und sie beim Treiben der Herden, der Markierung der Tiere und beim Zureiten der jungen Pferde begleiten.
 NACHBARSCHAFTEN
   
   
   
 

Parco dell'Uccellina

 
Anfang
 
Erster Tag
Von Grosseto nach Capalbio: Natur und Stille der südlichen Maremma

Abend
Zum Abendessen geht es in die Locanda Lorena, genau gegenüber des Bahnhofs von Grosseto. Das Lokal gilt in der Region als Klassiker und die Küche verbindet Tradition und kreative Ideen. Zu empfehlen sind Polenta mit Crostini, Tortelli mit Perlhuhnfüllung und Buttero-Steaks mit Bohnen in Olivenöl. Übernachtet wird im Agriturismo Alberese, mitten im Naturpark Maremma. Dieser Agriturismo bietet auch Abendessen an und organisiert Ausritte mit den Butteri.
 NACHBARSCHAFTEN
   

 
Von Grosseto nach Capalbio: die südliche Maremma

Sümpfe der Trappola

Die Küste bei Talamone

Klippen unter der Rocca Senese


Ruine der romanischen Kirche San Bruzio, Magliano

Lagune von Orbetello

 
Anfang
 
 
Rundreise
Zweiter Tag

In giornata
Weiter in Richtung Meer kommt man vorbei am Sumpfgebiet Palude della Trappola an eine der schönsten Stellen des Naturparks Maremma, die Ombronemündung. Dieses Feuchtgebiet erstreckt sich an der Stelle, wo der Fluss ins Meer übergeht und das Meer sich in Tümpeln und Pfützen fängt, versumpft und trocknet. Hier findet man auch die „Maremme" aus Sträuchern, Wasser und Dünenstreifen, eine Landschaft, die mit den Jahreszeiten lebt. Im Frühjahr und Herbst ist sie voll von leuchtenden Wasserflächen, während sie im Sommer trocken und ausgedörrt wie eine Mondlandschaft wirkt. Die Faszination dieser Landschaft erschliesst sich am besten, wenn man im Kanu den Ombrone bis zur Mündung hinunter fährt.

Vom Fluss aus in Richtung Süden die Küste entlang kommt man nach einer kurzen Wanderung nach Cala di Forno, einer endlosen Reihe von Sanddünen, mit krummen Pinien bewachsen, deren Stämme von der Sonne ausgedorrt und durch das Meer gebleicht sind. Hinter Cala Forno weicht die Ebene den Monti dell'Uccellina, die bis ans Meer hin reichen. Hier steigt die Küste an und an Stelle des Sandes treten zerklüftete Felsen, die schliesslich zum steilen Vorgebirge von Talamone anwachsen. Diese kleine Halbinsel wird vom gleichnamigen Ort beherrscht, der auf etruskische Wurzeln zurückgeht. Sehenswürdigkeiten sind hier die viereckige Festung mit ihren Ecktürmen, die im 16. Jh. während der sienesischen Herrschaft errichtet wurde, und das Aquarium. Für Liebhaber von Meer und Fischerei hält Talamone ein besonderes Erlebnis bereit, den Pescaturismo, also „Fischfangtourismus".

Bevor man von Talamone entlang der die Küste in Richtung Albinia weiterfährt, lohnt sich ein Abstecher etwa 20 Kilometer ins Landesinnere nach Magliano in Toscana. Der Ort entstand um die Burg der Aldobrandeschi herum und liegt von dicken Mauern umgeben auf einer Anhöhe über der Küste. Unbedingt anschauen sollte man sich hier den Palazzo dei Priori e del Capitano, in dem eine interessante Sammlung der Wappen der adligen Bewohner des Orts zu bestaunen ist, die romanische Kirche San Giovanni Battista und die Kirche Santissima Annunziata direkt hinter der Stadtmauer. In letzterer wird ein herrliches Gemälde aus dem 15. Jh., die Madonna del Latte, aufbewahrt, ein Werk des Künstlers Neroccio di Bartolomeo. Dann ist es Zeit für einen kleinen Halt in der „Antica Trattoria Aurora", wo man im Garten des Lokals zu Mittag essen und eine der vielen Köstlichkeiten der Maremma versuchen kann, wie die Lunghini di Pane mit Lamm und Artischocken, begleitet von edlen Weinen. Auch die hausgemachten Cantucci (Mandelkekse) mit Vin Santo darf man sich nicht entgehen lassen. Zurück an der Küste geht es dann etwa 13 Kilometer weiter in Richtung Süden bis Albinia am Rand der Lagune von Orbetello mit ihrem Naturschutzgebiet und dem Vorgebirge des Argentario.
 NACHBARSCHAFTEN
   
   
 

Talamone, die Burg

 
Anfang
 
Zweiter Tag
Von Grosseto nach Capalbio: Natur und Stille der südlichen Maremma

Abend
Übernachtung in Albinia, im Gutshaus Fattoria La Parrina, einem schönen Gebäude aus dem Jahre 1830, das für etwa vierzig Gäste Platz hat. Die gemütlichen Zimmer sind mit historischen Möbeln eingerichtet, jedes ein wenig anders. Das Gut liegt inmitten von Feldern mit biologischem Anbau. Hier können auch hausgemachte Lebensmittel wie Joghurt, Obst und Marmelade gekauft werden. La Parrina bietet auch ein kleines Restaurant, in dem man mit hauseigenen Produkten zubereitete Spezialitäten probieren kann, so z. B. den Guttus, ein Käse, der an den französischen Roquefort erinnert und der hier mit Honig oder Apfelkonfitüre serviert wird. Sehr zu empfehlen sind auch die Wildschweingerichte.
 NACHBARSCHAFTEN
   

 
Von Grosseto nach Capalbio: die südliche Maremma

Argentario, die Küste

Porto Ercole, Fort Filippo

Hafen Santo Stefano, Blick vom Monte Argentario


Torre del Campese,  Isola del Giglio

Buranosee

 
Anfang
 
 
Rundreise
Dritter Tag

In giornata
Von Albinia führt eine lange Strasse entlang des flachen Sandstrands zum rauen Vorgebirge des Monte Argentario an der Küste der Maremma. Der Argentario steht aufrecht wie ein Wachposten und als Zeichen seiner strategischen Rolle sind zu seinen Füssen noch die Türme, Burgen und Festungen zu finden, die zwischen dem 15. Jh. und dem 17. Jh. von der Republik Siena errichtet und später von Phillipp II. zur militärische Hochburg des Stato dei Presìdi umgebaut wurden. Die Sanddünen, die vor dem Berg beginnen, halten eine Reihe schöner Strände bereit, das Vorgebirge hingegen fällt zur Küste hin in Steilküsten und Kliffen ab. Es gibt hier aber auch kleine Buchten, einladende Meeresarme und abgeschiedene Strände. Unter Wasser gedeihen Kolonien von Neptungras, Seepferdchen und Mondfischen aber auch römische Relikte und Amphoren kann man hier finden. Der erste Ort, auf den man bei der Umschiffung des Argentario von Norden aus stösst, ist 14 Kilometer von Albinia entfernt Porto Santo Stefano, ein kleiner Fischereihafen, der heute vor allem von Seglern, Sportlern und Touristen besucht wird. Einen Rundgang durch den Ort kann man am besten auf der Via del Molo beginnen, wo früher die Fischer mit ihrem Fang an Land gingen und heute unzählige Restaurants und Geschäfte auf den Besucher warten. Der Spaziergang geht weiter entlang dem Lungomare dei Navigatori bis zum neuen Hafen, von dem die Fähren auf die Inseln Isola del Giglio und Giannutri abfahren. Der Ort wird durch die alte spanische Festung aus dem 17. Jh. geprägt, die vollständig renoviert wurde und heute eine ständige Ausstellung archäologischer Unterwasserfunde mit etruskischen und römischen Stücken sowie das Axtbaumuseum beherbergt.

Weiter die Küste des Argentario entlang kommt man nach 19 Kilometern nach Porto Ercole, einem von den Phöniziern gegründeten dann von Etruskern und Römern bewohnten und schliesslich von den Spaniern zur Festung umgebauten Hafenort. Die Verteidigungsbauten der Spanier sind die schönsten Bauwerke des Ortes: die Festung Stella, das Fort Filippo sowie das Fort Santa Caterina. Auf dem Rückweg von der Halbinsel trifft man exakt in der Mitte der Lagune auf den Ort Orbetello, der über einen Deich mit dem Argentario verbunden ist. Der Ort hat die Form eines Schiffsbugs und wurde an der Stelle einer ehemaligen Etruskersiedlung errichtet. Die Kathedrale Santa Maria Assunta aus dem Jahr 1376, renoviert im 17. Jh., in der die Reliquien des Heiligen Blasius aufbewahrt werden, ist einen Besuch wert, ebenso wie das ehemalige Klarissenkloster. In dem Gebäude aus dem 17. Jh. wird der Giebel des Tempels von Talamone aufbewahrt, ein Werk aus hellenistischer Epoche, auf dem Ödipus dargestellt ist.

Hinter Orbetello stösst man auf die Sanddüne von Feniglia, die man nur zu Fuss oder per Fahrrad betreten darf. 1971 wurde dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet der Dünen von Feniglia erklärt, wo Eulen und Baumfalken, Damhirsche und viele Vogelarten ihr Rückzugsgebiet finden. In der Region gibt es noch mehr Naturschutzgebiete. Etwas südlicher, hinter Ansedònia, liegt der See San Floriano mit einem grossen Artenreichtum an Wasservögeln und Süsswasserfischen wie Aal, Forelle und Schleie. Im letzten Küstenabschnitt der Maremma liegt schliesslich die WWF-Oase Buranosee. Zum Mittagessen kann man „Il Pitorsino" in Ansedonia Halt machen, wo nach alten Rezepten der Region zubereiteter Fisch serviert wird. Auch die archäologische Stätte von Cosa, eine antike römische Siedlung aus dem Jahr 273 v. Chr., und die herrliche Tagliata Etrusca sollte man nicht verpassen. Bei Letzterer handelt es sich um ein Wasserbauwerk mit einem mit dem Meissel in den Fels gehauen Kanal, das die Römer errichteten, um mit dem Wasser aus der Lagune der Versandung des Hafens entgegenzuwirken.

Zum Abschluss folgt dann ein Abstecher ins Landesinnere nach Capalbio, einer herrlichen mittelalterlichen Ortschaft, die von den Türmen einer durch die Aldobrandi errichteten Burg überragt wird. Von hier kann man einen letzten Blick auf die Maremma werfen.
 NACHBARSCHAFTEN
   
   
   
 

Capalbio

 
Anfang
 
Dritter Tag
Von Grosseto nach Capalbio: Natur und Stille der südlichen Maremma

Abend
Zu Abend wird im Da Maria in Capalbio gegessen, einer für die hiesige Küche bekannten Adresse. Auf der Karte stehen lokale Spezialitäten wie Pappardelle mit Wildschwein, Buttera alla Brace und gemischter Braten. Übernachtung dann im Pellicano in Porto Ercole, einem geschmackvollen Hotel der Kette Relais & Chateaux mit beheiztem Meerwasserschwimmbecken, Privatbucht und kleiner Thermalbadanlage.


 NACHBARSCHAFTEN