Von einem Tisch aufzustehen, der mit den tausend Köstlichkeiten der Toskana beladen ist, ist so schwierig wie dem Schlaraffenland zu entgehen, aber es lohnt sich, zwischen zypressenbesetzten und mit Heu-, Sonnenblumen- und Safranfeldern bewachsenen Hügeln weiter zu gehen, um nach
San Gimignano zu gelangen. Die Stadt der Türme gehört nicht nur zu den beliebtesten bei Touristen und Feinschmeckern, sondern auch zu den bevorzugten Drehorten der Erfolgsregisseure: der erste, der den Trend lancierte, war
Franco Zeffirelli, der 1971 zur Rekonstruktion der Jugend von
Franz von Assisi den ersten Teil von>
Bruder Sonne, Schwester Mond lieber in San Gimignano spielen liess als in Assisi. Beim Schlendern durch die Stadt, einem herrlichen Beispiel mittelalterlichen Städtebaus, kann man nicht umhin, im Gedächtnis die Filmszenen nocheinmal durchzugehen. Und man erinnert sich daran, wie der junge Franziskus genau im Zentrum von San Gimignano die irdischen Reichtümer verlassen hat. Während man mit den Füssen auf die typischen roten, im Fischgratmuster verlegten Backsteine tritt, auf dem Weg von der
Piazza della Cisterna zur Piazza del
Duomo, wird die Aufmerksamkeit vom Dom und vom altehrwürdigen
Palazzo del Podestà gefesselt, den der mächtige Turm, genannt la Rognosa, überragt; dann kehrt die Erinnerung zu den hier angesiedelten Einzelbildern von
Queen of Hearts (1989) des Regisseurs John Amiel zurück, der die Geschichte von Eddie Luca erzählt hat, des Sohnes von nach London emigrierten Italienern. Nicht nur: die Kinofassung von Fosters Roman
Monteriano (1991), unter der Leitung von Charles Sturridge, siedelte ebenfalls in San Gimignano die Geschichte der englischen Witwe Herriton an, die sich während eines in Italien verbrachten Urlaubs in den jungen Gino verliebt, und die zum Skandal der Öffentlichkeit beschliesst, ihn zu heiraten.