Die
römischen Stadtmauern des alten Aosta kann man wohl durchaus als standhaft bezeichnen – ein Grossteil der Mauer blieb bis in die heutige Zeit erhalten. Die mit 20 Türmen bestückte Mauer sollte neben ihrer Befestigungsfunktion den städtischen Bereich nach aussen hin repräsentativ abgrenzen. Im Mittelalter war es üblich, dass die Adelsfamilien Häuser und Burgen angelehnt an die soliden alten Stadtmauern bauten. Viele Schutzwälle wurden zu feudalen Wohnsitzen umfunktioniert und einige der Türme wurden aufgestockt und unter Verwendung der äusseren Verkleidung der Befestigungswerke umgebaut. Eine „Tour der Türme"" könnte am Hauptstadttor zur antiken römischen Kolonie, der Porta Praetoria, starten. Links von hier steht der romanische
Turm der Signori di Quart. Diese bullige Residenz aus dem 12. Jh. mit quadratischem Grundriss gehörte der Familie Quart. Hier wurde auch der Wegezoll für die in die Stadt eingeführten Waren erhoben, der an den Bischof von Aosta ging. Im Parterre finden Fotografie- und Gemäldeausstellungen statt. Danach geht es rechts in den römischen archäologischen Park und entlang der Mauer weiter zum viereckigen
Tour Fromage mit zwei unregelmässigen Fensterreihen. Seinen Namen erhielt er von der Familie niederen Adels (Du Fromage), die den Turm im 12. Jh. erbauen liess. Vor dem Turm hebt sich das
römische Theater ab. Hier finden Ausstellungen und Messen statt. Weiter an der Mauer entlang stösst man hinter dem Kloster Santa Caterina aus dem 13. Jh. an der nordöstlichen Ecke des Befestigungsgürtels auf den
Tour du Baillage, auch Torre dei Balivi genannt. Der Turm wurde von der Adelsfamilie De Palatio errichtet und 1263 durch die Savoyen erworben, die hier den Wohnsitz des Landvogts, ihrem Repräsentanten im Tal, einrichteten. Nach weiteren Erweiterungen beherbergte der Turm auch das Gericht und Gefängnis, das hier noch bis vor ca. 20 Jahren anzutreffen war. Ein Mittagessen begleitet von den besten Weinen des Aostatals lässt sich in der Vinothek Enoteca regionale ad Forum einnehmen, wenn man an der Mauer entlang weiter bis zur Piazza vor der
Kathdrale weitergeht.