Am Nachmittag kann man, wenn man die Via Roma wieder in Richtung Altstadt geht, das als altes
Ghetto bekannte Stadtviertel besuchen. Das besondere Flair dieses Viertel besteht in seinem Netz aus engen Strassen, die sich plötzlich zu Plätzen öffnen, dem im Laufe der Zeit glatt gelaufenen Kopfsteinpflaster, den kleinen Wohnhäusern, hohen Turmhäusern und prächtigen Adelsbauten. Die ersten Juden siedelten sich hier um das Jahr 1000 an. Mitte des 15. Jh. schrieben sich jüdische Studenten aus ganz Europa an der Universität für Medizin in Padua ein, da diese als einzige Universität auch Juden aufnahm. Damals konzentrierte sich das Gewerbe im Ghetto auf die Schmuckverarbeitung; heute herrscht in den alten Strassen des Viertels reges Treiben in den traditionellen Osterien und zahlreichen Läden. Besonders interessant sind die
Padua Art Gallery mit Werken zeitgenössischer Künstler und
Cose Così, ein Geschäft, das die unterschiedlichsten Objekte anbietet, vor allem Keramikwaren und Stoffe. Aus dem architektonisch harmonischen Gesamtbild sticht die Synagoge der deutschen Gemeinschaft in der Via delle Piazze hervor. Das auch Sinagoga Grande genannte Gotteshaus wurde 1552 eingeweiht und erst kürzlich restauriert. Im Herzen des jüdischen Viertels befindet sich auch das
Hotel Toscanelli, wo sich einst der Sitz der Rabbinischen Akademie befand und noch heute das Wappen der Familie Salom zu sehen ist.