Wieder zurück in der Goethestrasse, gelangt man in Richtung Norden auf den kleinen, aber stark besuchten
Obstmarktplatz, auf dem seit 1277 an den Markständen Obst, Gemüse und Geflügel feilgeboten werden. Von hier aus geht es in die Dr.-Josef-Streiter-Strasse, wo einst der Graben der mittelalterlichen Stadtmauern verlief und die eine Art „Rückseite" der bekannteren Laubengasse ist, zur der sie parallel verläuft. Hier befinden sich noch heute die alten Stände aus weissem Marmor des Fischmarkts. Die Strasse führt zur malerischen Bindergasse, die genau wie früher auch heute noch von den Läden, Hotels und Gaststätten mit ihren typischen schmiedeeisernen Aushängeschildern und so fantasievollen Namen wie Zum Mond, Zum Pfau, Zum Weissen Ross oder Zum Eisenhut gesäumt ist. Der Stadtbummel führt in südlicher Richtung weiter zum winzig kleinen Rathausplatz mit dem neobarocken Rathaus (1907) und seinen Rokokogebäuden und dann in die bei den Touristen so beliebte und bekannte
Laubengasse, das pulsierende Herz des Bozner Handels. Unter den Bögen der geschmückten Gebäude reihen sich moderne und elegante Geschäfte aneinander, die den Platz der antiken Läden eingenommen haben. Die Laubengasse führt zurück zum Obstmarktplatz, wo man im Café Peter, der bekanntesten Konditorei der Stadt, eine wohlverdiente Pause einlegen kann. Hier kann man sich den berühmten Strudel, die Sachertorte oder den Zelten (ein Früchtebrot mit Trockenobst und kandierten Früchten) schmecken lassen. Frisch gestärkt geht es weiter in die Silbergasse, wo das Palais Troilo (1603) steht, das über einen Eckturm und einen internen Durchgang (von denen es mehrere gibt) zur Laubengasse verfügt. Etwas weiter die Silbergasse hinunter steht das barocke Gebäude des
Merkantilmuseums, das viel Wissenswertes über den Handel und die hiesigen Kaufleute
par excellence enthält, die sich schon bald entschlossen, die Stadtmauern abzureissen, um den Handel zu erleichtern. Ein weiteres Handelszentrum war der nahe gelegene Kornplatz, wo der Markt für landwirtschaftliche Produkte abgehalten wurde. Der Kornplatz ist das historische Herz der Stadt, denn hier stand einst die Burg des Bischofs. Unbedingt anschauen sollte man sich das freskengeschmückte Waaghaus (1634), in dem sich bis 1740 die öffentliche Waage befand.