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Donnerstag 9. September 2010 














Mailand
Mailand heute
Die Stadt heute
Die zahlreichen Gesichter Mailands können nur schwer definiert werden, diese Stadt hat in wenigen Jahrzehnten das Profil ihrer eigenen Kultur und Geschichte verloren, im Tausch dafür hat sie neue Züge und Charaktere angenommen, jene der bunt gemischten Bevölkerung, die in ihr wohnt. Mehr als jede andere italienische Stadt ist die Hauptstadt der Lombardei eine Metropolis, Anziehungspunkt von kulturellen, finanziellen, wirtschaftlichen und künstlerischen Energien. Die Stadt hat ihr Image als Industriezentrum aufgegeben und es gegen das eines künstlerischen und kulturellen Zentrums eingetauscht, diese Verwandlung ist noch nicht zur Gänze abgeschlossen, wie die Projekte zur Wiederbelebung der aufgegebenen Industriezonen zeigen: Das Viertel Bicocca, zum Beispiel, das umgewandelt wird, um dort die neuen Universitätssitze unterzubringen, und das ausserdem der Kunst des futuristischen Teatro degli Arcimboldi Platz einräumt.Wir, die wir gewohnt sind, Mailand als Stadt der Mode zu sehen, welche sicher eines ihrer Gesichter darstellt, entdecken hingegen auch für künstlerische und kulturelle Zwecke wiederverwendete Bereiche, wie das ehemalige Nestlè-Werk, das heute ein Atelier-Theater von Armani ist, sowie zwei wichtige Diskotheken, wie das Alcatraz und die Magazzini Generali. Genauso wird auch das gesamte Viertel hinter dem Bahnhof Porta Genova Schritt für Schritt wiederbelebt. Auf der einen Seite befreit sich die Stadt von den Symbolen des Verfalls und der Vernachlässigung, auf der anderen Seite überlebt aber auch eine antike Stadt, die von Leonardo und Bramante mitgestaltet wurde. Ihre architektonischen und künstlerischen Meisterwerke stellen die natürliche Ergänzung zum Geist der Unternehmerstadt dar. Das gilt für die Piazza dei Mercanti, die Überreste der römischen Stadt, den Palazzo Borromeo oder Villa Reale und das alte Krankenhaus, Antico Ospedale Maggiore. Ausserdem ist sie auch die Stadt der Kirchen, die sich in grosser Zahl in Mailand befinden, wie San Babila, San Cristoforo, San Marco und nicht nur Sant'Ambrogio und Santa Maria delle Grazie, und bietet Museen, die von der Pinakothek di Brera bis zum technischen Museum reichen. Obwohl Mailand als Stadt der Arbeit, des Verkehrs und des Nebels bekannt ist, auch wenn sie diesen Ruf nicht ganz los wird, kann sie jedoch tatsächlich grosse Überraschungen bieten.



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