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Samstag 11. September 2010 














Lecce
Die Stadt heute
Die Stadt heute
Lecce ist lebhaft, sonnig, überschäumend in den Formen, den Atmosphären und den Sprachen. Eine Stadt, die jeden Besucher wie auf einer grossen Bühne empfängt, auf der in einem andauernden Spiel von in Stein gehauenen Formen Symbole, Persönlichkeiten und menschenähnliche Figuren auftauchen. So zeigt sich die spielerische und mysteriöse barocke Identität der Stadt, die seit Jahrhunderten den letzten Zipfel des Festlandes an der Adria beherrscht. Zwischen Piazza Sant'Oronzo und Piazza Duomo erzählen die Bilder voll von Details und tieferen Bedeutungen, die die wunderbaren Kirchen und Adelspaläste schmücken, von einer blühenden Vergangenheit, die reich an Fantasie und Kreativität ist, typische Merkmale der Volkskultur von Lecce. Diese finden wir auch, natürlich in einer anderen Ausdrucksform, in den raffinierten Zusammenstellungen von Farben und Geschmacksrichtungen in der Küche wieder, die trotz der einfachen Kombinationen doch voll von Symbolen und Doppeldeutungen ist. Oder im Handwerk, wo die Kreativität weiter lebt, die Architekten des 17. Jahrhunderts wie Zimbalo beseelte, und die wir in den Formen und Gegenständen wiederfinden, die man aus Stein von Lecce, Ton, Eisen, Pappmachee oder auch mit den Stickereien gestaltet. Lecce ist also eine Vielfalt von künstlerischen, architektonischen und gastronomischen Ausdrucksformen, die das Ergebnis der zahlreichen unterschiedlichen Zivilisationen sind, die es hier gab und die zusammenlebten: von den Messapern zu den Byzantinern, von den Normannen zu den Spaniern. In dieser zusammengesetzten Identität sind Euphorie und Mysterium ein immer wiederkehrendes Paar, das sich in der barocken Kunst ausdrückt, aber auch in den mitreissenden Rhythmen der „Pizzica", der wilde Tanz, der zur Legende gehört und vor dem Biss der Tarantel rettet.



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